09. 11. 2008

 

18.14 Uhr 

 

Besprechung mit Otto Dünser für den 60. Geburtstag von Marianne Fritz am 14. Dezember 2008. Die Kooperation für diesen Abend mit dem Stadtkino Wien/Claus Philipp steht dank der Vermittlung von Veronica Kaup-Hasler fünf Tage später.

 

23. 11. 2008

 

16.01 Uhr 

 



Aus Anlaß des 60. Geburtstages der letztes Jahr verstorbenen österreichischen Autorin Marianne Fritz geben sich die Ehre:

Der Literaturwissenschafter Klaus Kastberger , der sich als Autor und Herausgeber seit Jahren mit den Texten von Marianne Fritz befasst, führt in die Textgelände der Romane Naturgemäß I und II ein, das Theaterkollektiv Fritzpunkt , bekannt für seine Insistenz in Sachen Marianne Fritz auf dem Theater, macht eine Probe aus diesen Textsteinbrüchen hörbar, der Dokumentarfilmer Michael Pilz , eben mit einer Retrospektive im Österreichischen Filmmuseum geehrt, präsentiert als Uraufführung einen Film, der zum allerersten Mal Einblicke in die Fritz`sche Wohnung, in Skizzen und Baupläne der verschiedenen Romane, Fotos und Originaltonaufnahmen von Marianne Fritz gewährt und Claus Philipp , Leiter des Stadtkinos, der diesen Abend mit seinem Interesse initiiert und möglich gemacht hat. Ein, wie wir glauben, würdiges Präsent zum posthumen Geburtstagsfest an alle diejenigen, die die Gelegenheit wahrnehmen möchten, dieser die Wahrnehmungsebenen vielfach herausfordernden Literatur und Autorin zu begegnen.


Sonntag, 14. Dezember 2008, 20.00 Uhr
Filmhauskino am Spittelberg
Spittelberg 3
1070 Wien

Eintritt 10 Euro

Kooperation Fritzpunkt und Stadtkino Wien
Mit herzlichem Dank an Otto Dünser

Nähere Informationen unter:
+43 (0)699 11685616
buero@fritzpunkt.at

Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen

Ein Konzept des Stadt Theater Wien

Fritzpunkt wird unterstützt von der MA7 Kultur
der Stadt Wien


 

24. 11. 2008

 

18.50 Uhr 

 

Aus einem Interview mit dem Literaturwissenschaftler Wendelin Schmidt-Dengler anläßlich der Verleihung des Franz Kafka Preises 2001 an Marianne Fritz (gerade frisch transkribiert):

"Ich halte das für eines der wichtigsten Prosawerke des 20. Jahrhunderts und auch des beginnenden 21. Jahrhunderts. Ich glaube, daß in diesem Text die österreichische Geschichte wie in kaum einem anderen anwesend ist und das in einer Form, die unverwechselbar ist. Marianne Fritz hat ihre eigene Sprache gefunden, es ist keine Sprache des Realismus, sondern es ist eine Sprache, die ihre magischen Bezüge kennt, aber die reale Historie nie an diese magischen Bezüge opfert und so sehr viel zeigt, was es in Österreich gegeben hat und was es geben wird und beileibe nicht nur in Österreich, sondern in der ganzen Welt. Ich glaube, sie hat eine der triftigsten Diagnosen der beiden großen Kriege im vorigen Jahrhundert geschrieben, vor allem des 1. Weltkrieges, und das macht für mich, wenn ich so sagen darf, die wesentliche Faszination aus. Es gibt dann viele andere Momente: der Rhythmus der Sprache, die Kraft der Bilder und die, wenn ich so sagen kann, große Empfindlichkeit gegenüber Unrecht. Ich habe den ersten Text gelesen und mir war klar, da ist eine andere Sprache am Werk als von vielen anderen, von mir auch außerordentlich geschätzten Autoren, vorrätig war. Und dann der große Wurf von "Dessen Sprache du nicht verstehst", da hab ich gespürt, daß hier ein Wille zur Radikalität vorhanden ist, der bei wenigen Anderen in diesem Ausmaß da ist. Und auch diese Form der Verweigerung gegenüber dem Betrieb. Heute ist es ja wirklich so, daß Autoren nicht nur mit ihrem Werk kämpfen dürfen, sondern auch mit ihrer Person, sie werden gewissermaßen von diesem Betrieb verschlungen, der Text steht in einer leeren Mitte. Ich glaube, daß Marianne Fritz die konsequente Antwort ist auf diese mediale Vermarktung von Literatur. Und gerade das fasziniert mich, wenn man an Literaturvermittlung denkt und ich glaube, diese Texte haben Zukunft, vielleicht nicht heute, nicht morgen, aber sicher übermorgen."

 

30. 11. 2008

 

14.33 Uhr 

 

Arbeitssitzung in der ehemaligen Wohnung von Marianne Fritz. Sichtung/Anhörung einer Auswahl von Originaltonaufnahmen von Marianne Fritz für die Tonspur des Films von Michael Pilz für den 14. Dezember 2008.