01. 11. 2007
22.26 Uhr
Die fehlende 2. Seite von Dietmar Dath`s
Artikel zu Marianne Fritz (aus spex 5/1998)
05. 11. 2007
18.12 Uhr
Eine kleine Vorabend-Posse mit dem Titel:
Ab jetzt muß jederzeit mit Absagen für die Vergangenheit gerechnet werden
Was soll man da machen: Eine Absage der MA 7-Kultur der Stadt Wien für ein jetzt gar nicht eingegebenes, bereits schon durchgeführtes Projekt...
Das Projekt wurde vom Fritzpunkt im Januar dieses Jahres unter dem Titel Im Fritz-Textgelände - Eine Aufhebung eingegeben, im Mai abgelehnt (siehe Eintrag vom 11.5.2007), konnte von uns aber dank großzügigem Sponsoring von Artdeluxe unter dem modifizierten Titel Der Unterschied wird nicht verschieden - Eine Haltlosigkeit im September 2007 durchgeführt werden. Um jetzt noch einmal von der MA 7 abgelehnt zu werden...
Also eine abgelehnte Durchführung. Oder doch eine durchgeführte, will sagen perpetuierte, Ablehnung? Eine durchgelehnte Abführung? Abgeführte Durchlehnung? Oder: Entlehnte Durchführung? Wir sind etwas verwirrt. Wer anderer offensichtlich auch.
Um mit Marianne Fritz zu sprechen:
"Wer da wen faßt, ist eine sehr schwierige Frage, in peinlicher Lage wird vermögen sowie vermag ein rätselvoller Knäuel, wofür taugt ein Knäuel, sobald er ein übersichtlicher Faden ist, unheimliche Möglichkeiten hat der Faden, sobald er in den richtigen, das bedeutet in den verkehrten Händen ist."
(Was allerdings mit dem neuen, im Mai tatsächlich eingegebenen Projekt Wenn du mein Hirn gefunden hast, erzähle ihm Vertrautes in der MA 7 geschehen ist, weiß nur... )
06. 11. 2007
22.08 Uhr
Aus dem Projektvorschlag für den steirischen herbst
2008:
DIE FESTUNG
(Arbeitstitel)
Die Dauer des steirischen herbstes 2008 (2. - 26. Oktober, 25 Tage, das sind ca. 600 Stunden) wird zum Maß der Auseinandersetzung mit dem Festungswerk der Autorin Marianne Fritz . Die 1948 in Weiz geborene, am 1. Oktober 2007 verstorbene steirische Autorin hinterläßt ein Werkfragment von 8788 Seiten. Um mit Dietmar Dath zu sprechen: "Du fragst Dich schon, ob Du vielleicht augenkrank bist, aber es ist nicht der grüne Star, es ist bloß Marianne Fritz, die schreibt wie niemand sonst auf der Erde. Das ist ihre Kunst. Das verantwortet sie, da kann auf selbstgefälliges Gehabe einer inspirierten Bauchrednerei verzichtet werden."
Das Theaterprojekt Fritzpunkt hat seit über fünf Jahren Segmente aus diesem in der deutschen Gegenwarts-
literatur einzigartigen Schreibvorhaben zur Grundlage seiner kontinuierlichen Prozeßarbeit gemacht. Eine ausführliche Dokumentation findet sich unter www.fritzpunkt.at . Das Projekt DIE FESTUNG bietet nun die einmalige Gelegenheit, dem Festungswerk in seiner Gesamtheit zu begegnen, während 25 Tagen, rund um die Uhr.
Die fünf seit 1978 bei S.Fischer und Suhrkamp veröffentlichten Romane geben die Struktur des Projektes vor. Sie unterteilen die 25 Tage in 5 Teile: 1 Tag Exposition des Sets und der sieben Akteure ("Die Schwerkraft der Verhältnisse"), 4 Tage öffentliche Aneignung ( "Das Kind der Gewalt"), 12 Tage strikte Lesung ("Dessen Sprache du nicht verstehst"), 6 Tage szenische Studien ("Naturgemäß I") und 2 Tage Kommentarebene und Lecture Performances ("Naturgemäß II"). Der performative Hybrid DIE FESTUNG integriert so auf der Folie des Textgeländes von Marianne Fritz verschiedene, während des gesamten Fritzpunkt-Prozesses angewandte Arbeitsformate und -methoden und entwickelt sie in actu weiter: von der Exposition und der dialogischen, partizipativen Anlage der öffentlichen Aneignung über das Format einer strengen Textlesung, die als Projektachse fungiert, hin zur immer komplexer werdenden theatralen Anwendung von Textfragmenten, deren Entwicklung schließlich die Hermetik des (fast) ausschließlichen Gebrauchs von Fritz-Sprache aufbricht und Kommentartexte und Lecture-Performances von Theater- und Literaturfachleuten in die zur Rauminstallation verdichteten FESTUNG integriert. Das entspricht dem komplexen Strukturplan des Festungswerks, seiner zunehmenden Zerklüftung und Fragmentarisierung, grafischen Durchsetzung, Zitierungen aus Kriegsarchiven, Überschreibungen und Wiederholungen von Textteilen, der Verwendung von Inhaltsverzeichnissen als Text: Erzählung und Strukturierung werden/sind ident. Damit wird einerseits der "frommen Fiktion der sofortigen und umfassenden Verstehbarkeit" ( Friedhelm Rathjen ) eine - naturgemäße - Absage erteilt, andererseits auch eine Zuspitzung der Zuschaukunst, um diesen etwas spröden Brechtschen Terminus zu verwenden, vorangetrieben.
07. 11. 2007
12.15 Uhr
Zentral für Die Festung :
Die Sichtbarmachung, was es zur Bewältigung der Masse/Qualität braucht, ist die jeweilige szenische Handlung für jeden Roman, beziehungsweise jeden Projektteil. Das bedeutet: Keine Darstellung, sondern reine Ausstellung des Arbeitsprozeßes. Alle infrastrukturellen Handlungen (Trainieren, Essen, Schlafen etc.) sind integraler Bestandteil des Projekts.
10. 11. 2007
19.36 Uhr
Die Festung ist mit dem Prinzip Fritz andocken an verschiedenen Orten, in verschiedenen Zusammenhängen und Formaten denkbar: Die Grazer, die Linzer, die Wiener Festung, Festung Marrakesch, Festung Berlin, Die isländische Festung... Die Anverwandlung gegebener örtlicher und zeitlicher Gegebenheiten macht jede Variante unvergleichlich. Die prinzipielle Inkommensurabilität, sprich die unmöglich scheinende Machbarkeit eines solchen Vorhabens, trägt das ihre zur Nichtvergleichbarkeit bei.
16. 11. 2007
08.48 Uhr
Die Festung
oder
Das Nichtmerkmal im Gelände
(ist)
Eine Erhebung
20. 11. 2007
17.49 Uhr
Und wieder ein Plan für Die Festung : Ein im Rahmen der Sichtung der seit 2002 verwendeten Texte aus Naturgemäß I von Susanne Hahnl erstelltes Zeit/Text-Diagramm. Das gesamte, während des Arbeitsprozesses Fritzpunkt angefallene Material (Texte, Pläne, Modelle, Video, Audio, Homepage, emails, Briefe, Fotos, Zeichnungen, Rückantwortkuverts, Papierservietten und so weiter und so fort) soll in Die Festung integriert werden, damit die Methodendiskussion über die während des Prozesses angewandten Mittel und Formate innerhalb des Projektes vorangetrieben wird. Also: Fritzpunkt revisited oder Die Vorwegnahme der Vergangenheit als Dokumentation der Zukunft.
24. 11. 2007
11.01 Uhr
MF
oder
Die Zertrümmerung der Verhältnisse durch die Anschauung
(wobei MF statt Marianne Fritz laut dem allseitsbeliebten Wikipedia auch stehen kann für:
Medium Format
Manual Focus
Marxistisches Forum
Massey Ferguson
Mechanischer Filter
Melamin-Formaldehyd
Motherfucker
Medium Frequency
Mycosis fungoides
Motorradfreunde
Minority Front)