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02. 10. 2009
11.57 Uhr
Eine brauchbare Vorlage für die wiederholte Beschäftigung mit dem Prinzip Lehrstück:
04. 10. 2009
22.16 Uhr
Textfetzen aus Bekkay Harrachs Drohvideo: Ich danke der Bundesrepublik Deutschland / Ich danke der Bundesrepublik Deutschland / Ich danke der Bundesrepublik Deutschland / Kleinvieh macht auch Mist / In einer Demokratie / In einer Volksherrschaft / In einer Demokratie / In einer Volksherrschaft / In einer Demokratie / In einer Volksherrschaft / Warum beteiligt sich Deutschland am Krieg in Afghanistan? / Kann man, wollte man / Kann man, wollte man / Kann man, wollte man / 1. / 2. / 3. / 4. / Hart erkämpfte Grundrechte sind nur noch in Lehrbüchern nachzuschlagen / Das kann doch nicht euer Ernst sein / Bei den Wahlen hat das Volk das Sagen. / Und nach den Wahlen... / Diese auswendig gelernten Sätze nie wieder hören / Das liegt einzig und allein in Eurer Hand. Und ein Textstück aus dem Fatzer-Material von Brecht:
wenn das doch ginge
daß einmal etwas bereinigt
würd, mit einem schlag
einige etwas sähen in vollem
licht, und, was auch war,
dagegen spricht, unbeglichen
ließen jede rechnung, einsähen
was ist und weggingen!
dies wär was neues.
05. 10. 2009
16.56 Uhr
In Sachen Lehrstück denke man u.a. an das Diktum von Andrzej Wirth, Lehrstücke als “Werke der ästhetischen und ideologischen (in dieser Reihenfolge!) Dissidenz” anzusehen. Oder, spezifischer und schärfer, in einem Text von Arne Vogelgesang: “Trotz der jüngsten Pseudopolitisierung in Kunst und Gegenkulturen ist der Begriff der "Revolution", einst Träger der Hoffnung auf ein besseres oder besser "richtiges" Leben, längst aus den Befeuerungsbeständen intellektueller Handlungssehnsüchtler in das Vokabular der Werbeindustrie gewandert. Während sich Politik im deutschsprachigen Raum in des Reformators neuen Kleidern mit sozialem Strippoker die Zeit bis zu ihrer endgültigen Selbstabschaffung vertreibt und "das Theater" mit wiedergängerischem Furor eine Apparatur am "Leben" erhält, deren gesellschaftlicher Ort längst verschwunden ist, ist die einzig wirkliche Revolution, glaubt man den Berichten der Werbung über sich selbst, spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges in der (Darstellung der) schönen neuen Warenwelt am Dauerstattfinden. In der zeitlosen Schwebe der Hyperaktualität käme es dem Theater zu, wollte es seinem Anspruch nach gesellschaftlicher Relevanz (der allein ja noch keineswegs eine kritische Haltung impliziert) gerecht werden, zuerst nach dieser unsichtbaren, subjektlosen Revolution und ihren Bedingungen zu fragen. Da diese Bedingungen aber solche der Produktion sind, bei denen – man erinnert sich – Kritik ihren Anfang und ihr Ende finden muß, werden die Apparate wohl vorerst weiterhin Fäustchen drehen oder Betroffenheit simulieren, während das sogenannte freie Theater, wenn es nicht gerade im Festivalkarussell die synkretistische Wunderkerze schwenkt oder heimlich am Geld=Lustmangel krepiert, verzweifelt von specific site zu onlocation wankt und seine Adressaten sucht. Die Lage für ein Thaeter, das kein politisches ist, sondern politisch wird, könnte also günstiger nicht sein. Die Lücke, die im professionellen Bereich (denn performative Formen des Widerstands erleben längst eine Renaissance) dieser Entwicklung offensteht, wird nach wie vor vom Brechtschen Lehrstück offen gehalten.”
06. 10. 2009
20.00 Uhr
Besuch in Leipzig beim Lehrstück Mauser Umbesetzung für hybriden Chor Informationen unter Empfehlung!
10. 10. 2009
12.06 Uhr
Und schließlich sei zum Thema Lehrstück noch René Pollesch mit seiner Laudatio auf Andrzej Wirth zitiert: “Das Lehrstück ist vielleicht das geeignete Medium für die Unmöglichkeit, weiter zu heucheln, dass uns die anderen Leben berühren oder die Geschichten davon oder die historische Wahrheit über den Menschen, unter die wir unsere Leben unterordnen sollen. Eine bessere Frage wäre, wo berühren die Leben uns wirklich, also politisch und nicht nur da, wo wir gezwungen sind, uns Geschichten unserer Gemeinsamkeiten zu erzählen. Das Dilemma der Geschichten ist das Fehlen eines gemeinsamen Ortes, von dem aus sie erzählt werden. Und dieser Ort ist nicht das Theater. Es wäre vielleicht ein Ort ohne Zuschauerposition. Wie das Lehrstück. Also eher ein Topos. Wenn vor Josef Ackermann im Zuschauerraum des Admiralspalastes in Berlin Brechts: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" vom singenden Ensemble missverstanden wird als Gebt-allen-was-zu-fressen- oder Bekämpft-den-Hunger-in-der-Welt-Mist, also als Jammern darüber, dass die Moral leider zuletzt kommt, und nicht als radikale Absage an die Moral, dann bleibt Josef Ackermann das radikalere Subjekt. Der weiß längst: glotzt nicht so romantisch! Glotzt nicht so authentisch! Glotzt nicht so konsensfähig! Und kann es den Schauspielern entgegenrufen und es – im Gegensatz zu denen – auch denken!: Immerhin Josef Ackermann! Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral! Ackermann weiß, die da oben jammern ja wieder nur. In den Schaustücken.” Nachzulesen unter: www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1555&Itemid=61
18. 10. 2009
17.49 Uhr
16.17.18. Oktober 2009 Dank an Christel Weiler, Frank Richarz und alle Beteiligten!
29. 10. 2009
19.36 Uhr
Erste Überlegungen zum Projekt Das Grazer Textgelände Oder: Textgelände Graz wäre auch ein schön mißverständlicher Titel.
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