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04. 08. 2009
22.37 Uhr
Kurzer Einblick in eine dichte Probenzeit:
10. 08. 2009
20.20 Uhr
Heute versandtes mail für Die Festung - Teil 4b:
Das Büro für theatralische Sofortmaßnahmen zeigt an:
Sie haben die Wahl
Eine Zwangsvorstellung
Wo das politische Nichtangebot die Agonie der Demokratie immer weiter befördert, wird die sogenannte Wahlfreiheit zum Zwang. Oder nennen Sie das eine fixe Idee? Und wenn im Grunde die Unterwerfung eine zurecht Befreiung genannte Tatsache genannt würde, wäre das - schon eine Zwangsvorstellung? Das Theaterkollektiv Fritzpunkt jedenfalls lädt, nach seinem Gastspiel im steirischen herbst 08 und der Partitur zur Krise im Juni dieses Jahres, am 13. September 2009 zu einer musiktheatralischen Zwangsvorstellung mit dem Titel Sie haben die Wahl. Zum Beispiel mit Texten wie diesem:
"... wenn das Begehren normal zu sein, normal zu wirken, seine hinterhältigen Theateraufführungen zu entwerfen vermag, durch Verwurf Nichtnormaler; niemand hat in diesem Jahrhundert derartig viel zur Leichenbergproduktion beizusteuern vermocht als der Typus des Normalen, der sich durch Rückschau selber nicht mehr zu begreifen vermag, verführt vom Wahnsinn? Nein, verführt vom Normalen, das sich mit großer innerer Beteiligung im Normalen aufzuheben vermag; nicht stiftet mehr Schaden als dieses absurde Begehren, normal zu sein. ... Normalen das Degoutante bis Brisante an ihrer Normalität zumuten mögen, das ist eine Zumutung, die sie keineswegs in sich aufheben können, folglich sind solche Versuche dahingehend zu wenden, den Ehrgeiz, normal zu sein, nicht zu begehren, Ehrgeizverlagerung könnte nicht schaden ... "
(Marianne Fritz, aus einem unveröffentlichten Text der Autorin)
Text: Marianne Fritz
Konzept, Raum, Darstellung: Fred Büchel, Susanne Hahnl, Anne Mertin, Markus Redl
Klanginstallation: Wolfgang Musil, Alexander Mairhofer, Caroline Profanter
Grafik: Richard Ferkl
Sonntag, 13. September 2009, 15.00 Uhr
Schloss Neugebäude - Löwenhof
Zugang von Kaiserebersdorferstraße 143
1110 Wien
Öffentliche Anfahrt:
U3 bis Endstation Simmering und Bus 73A bis Station Hörtengasse
Eintritt frei
Limitierte Platzanzahl. Reservierung und Informationen unter
+43 (0)699 11685616
buero@fritzpunkt.at
Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
Ein Konzept des Stadt Theater Wien
Fritzpunkt wird gefördert von der MA7 der Stadt Wien
Herzlichen Dank an Renate Angerer, Josef Chvatal,
Franz Kascha und Wilhelm Wimmer
11. 08. 2009
14.45 Uhr
Heute erhaltenes mail von jemandem, der sich offensichtlich vom gestern versandten Text über das "Normale" heftigst angesprochen fühlte. Die oft zitierte Stimme des Volkes soll das also sein?: "Gott sei Dank gibt es Ihre Zwangsvorstellung, sonst müssten sie in Zwangsjacke abgeführt werden in eine Heilanstalt für geistig Kranke, damit sie vom Typus Normale nicht angesteckt werden können. Ein Fritzl sitzt bereits dort!" Eine echte Zwangsvorstellung. Ach, wie gut, das niemand weiß, daß ich Österreichischer Tanzrat heiß...
15. 08. 2009
12.01 Uhr
Der nackte Boden unserer Zwangsvorstellung
26. 08. 2009
18.58 Uhr
Im Kartenmeer der Zwangsvorstellung,
28. 08. 2009
14.25 Uhr
Akustiktest im Ballspielhaus
14.45 Uhr
Der Renaissance-Stall des Löwenhofs
14.58 Uhr
Der Löwenhof auf einem Foto vom Mai dieses Jahres. Geradeaus der Renaissance-Stall, rechterhand das Ballspielhaus.
30. 08. 2009
22.35 Uhr
Und noch ein mail zur Festung - Teil 4b:
Das Büro für theatralische Sofortmaßnahmen gibt zu bedenken:
Sie haben die Wahl
Eine Zwangsvorstellung
Wenn vor kurzem an dieser Stelle von der Agonie der Demokratie und der im Grunde zurecht Befreiung genannten Tatsache der Unterwerfung die Rede war, so beschränken wir uns heute auf diejenige Zwangsvorstellung, die kurz bevor steht:
Fritzpunkt, das seit 2002 laufende Projekt des Stadt Theater Wien zur theatralen Erforschung des Werks der österreichischen Autorin Marianne Fritz, installiert im erstmals bespielten Löwenhof von Schloss Neugebäude in Wien-Simmering eine Text- und Klanginstallation, die die verschiedenen Außen- und Innenräume des Geländes - unter anderem ein über 700 m2 großes ehemaliges Ballspielhaus - mit Texten aus dem Roman Naturgemäß I von Marianne Fritz beschallt.
In Zusammenarbeit mit Wolfgang Musil vom Institut für Komposition und Elektroakustik der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien wurde ein ortsspezifisches, ineinandergreifendes Beschallungs- und Bespielungskonzept entwickelt. Die von den drei Schauspielerinnen und Schauspielern Anne Mertin, Fred Büchel und Susanne Hahnl live betriebene Kommentarebene bedient sich eines bis dato unveröffentlichten, neunzig Seiten starken Essays von Marianne Fritz mit dem Titel Heißt du etwa Rumpelstilzchen? In diesem Text handelt die Autorin die der Ersten und Zweiten Natur des Menschen geschuldete Maxime Vorteile an sich ziehen, Nachteile delegieren als gleichzeitigen Fluch und Segen ab und greift das Prinzip des Normalen frontal an.
Das Publikum der begehbaren akustischen Landschaft Sie haben die Wahl bestimmt mit seinem Raumverhalten, welche Teile der performativen Installation es mitbekommt, welche nicht und beeinflußt das Verhalten der Schauspieler maßgeblich mit. Das unvermeidliche Verpassen von Spiel-, Raum- und Textkonstellationen als Möglichkeit der Gestaltung der je eigenen Aufführung zu begreifen, ist Teil dieser Zwangsvorstellung. Welche Zwänge im Löwenhof von Schloss Neugebäude sonst noch ausgeübt werden mögen: Lassen Sie sich überraschen. De facto haben sie naturgemäß keine Wahl: Es gibt für die Dauer von etwa zweieinhalb Stunden nur Fritz. Und einen absichtsvoll mit Darstellungsermattung ringenden Fritzpunkt. Viel Vergnügen mit der Vorstellung Ihrer Wahl!
Text: Marianne Fritz
Konzept, Raum, Darstellung: Fred Büchel, Susanne Hahnl, Anne Mertin, Markus Redl
Text/Klanginstallation: Wolfgang Musil, Alexander Mairhofer, Caroline Profanter
Grafik: Richard Ferkl
Sonntag, 13. September 2009, 15.00 Uhr
Schloss Neugebäude - Löwenhof
Zugang gegenüber von Kaiserebersdorferstraße 143
1110 Wien
Öffentliche Anfahrt:
U3 bis Endstation Simmering und Bus 73A bis Station Hörtengasse
anschließend 100 m Fussweg
Eintritt frei
Limitierte Platzanzahl.
Reservierung und Informationen unter
+43 (0)699 11685616
buero@fritzpunkt.at
Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
Ein Konzept des Stadt Theater Wien
Sie haben die Wahl
Eine Zwangsvorstellung
Die Festung - Teil 4b
Fritzpunkt wird gefördert von der MA7 Kultur
der Stadt Wien Herzlichen Dank an Renate Angerer, Josef Chvatal,
Franz Kascha und Wilhelm Wimmer Ein Link zum Komplex Neugebäude: www.schlossneugebaeude.at/ngneu/l/01.htm
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