01. 07. 2009

 

13.55 Uhr 

 

 

Plan des Löwenhofs von Schloss Neugebäude (insgesamt über 2000 m2) mit den vier eingetragenen “Textinseln” der raumgreifenden Lautsprecher-Installation im ehemaligen Ballspielhaus, im Löwenhof selbst, im Seitengang neben dem Renaissance-Stallgebäude und in der Wiese auf der anderen Seite des Stalls.

Aufgabe des Projekts ist einerseits die zeitliche Koordinierung dieser vier Inseln, andererseits die Einbindung der Live-Text-Ebene der drei Schauspielerinnen und Schauspieler in diese Textinstallation, vulgo Komposition aller vorhandenen Text-, Bewegungs- und Raumsituationen. 

 

 

05. 07. 2009

 

12.16 Uhr 

 

Der endgültige Titel für das Septemberprojekt:

Sie haben die Wahl
Eine Zwangsvorstellung

Form: Eine Textinstallation mit Darstellungsermattung. Stellt sich die Frage, ob die Darstellung einer Ermattung (Aufflackern, Aufwallen und anschließendes Kollabieren) zwangsläufig eine Ermattung von Darstellung be-deutet.
In jedem Fall gibt die Live-Ebene der Ermattung vor, die (Be)Deutung der über Lautsprecher vermittelten Textinstallation zu liefern. Sie be-deutet also Bedeutung, darum kommt sie nicht herum. Wie gern auch immer das vermieden würde. Wenn Sie verstehen, was ich meine.


 

15. 07. 2009

 

14.07 Uhr 

 

Jeder Stadt ihre (eine einzige) Zwangsvorstellung!
(Bei Interesse bitte melden).

 

 

25. 07. 2009

 

15.11 Uhr 

 

Überlegungen, die im Gesamtgelände vorhandenen 50 Sessel mit den Grimmschen Definitionen der vier Zeitwörter aufheben, arbeiten, erfinden und verwesen zu versehen, der jeweils das Zeitwort behandelnden Textinsel zugeordnet. Zum Beispiel: 

"1. intransitives arbeiten, werken, schaffen, streben. viel arbeiten oder wenig, leicht oder schwer, schnell oder langsam, gern oder unlustig, freiwillig oder gezwungen, umsonst und vergebens; arbeiten im hause, felde, walde, auf dem acker; bei tage, bei nacht, bei lichte; auf eigne hand, bei einem meister; allein oder in gesellschaft.
Den gegenstand der arbeit bezeichnet a n, den stof i n: an einem schuh, kleide, ring, bild, buch, lied arbeiten, daran arbeite ich schon lange. In leder, tuch, seide, silber, gold, marmor arbeiten, in der classischen literatur, in der elegischen dichtart; in der sache will ich nicht länger arbeiten; in jeder andern materie arbeiten. LESSING 8, 496; warum noch kein tragischer dichter in diesem stoffe gearbeitet hat. SCHILLER 144. i n mit acc.: aber doch ist auch so viel wahr, dasz es einem künstler weit anständiger ist, den stof, in den er arbeitet, seinen gedanken, als seine gedanken dem stoffe zu unterwerfen. LESSING 8, 159. Man darf nie aufhören an sich selbst zu arbeiten; die sache arbeitet an sich selbst fort. Den zweck der arbeit gibt a u f an: wir arbeiten auf eins und dasselbe; he, alter Pasquino, du machtest es gut, das nemliche that ich, und so arbeiten wir auf eins. KLINGERS th. 2, 233; so hätten wir, ohne uns zu kennen, auf einen zweck gearbeitet. KLINGER 4, 258; auf die höchste wirkung ihrer kunst arbeiten. LESSING 6, 435; so wenig auch die hetrurischen künstler auf das schöne gearbeitet. 6, 437; neuere pflegen ein h i n beizufügen: auf die edelsten zwecke hinarbeiten. weidmännisch heiszt aber auf wildbret arbeiten, es mit dem leithunde suchen und bestätigen. ..."

Quelle: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Band 1 A-Biermolke, Seite 541

Die Überlegungen wurden wieder verworfen...