03. 07. 2006

 

00.00 Uhr 

 

noch 70 Tage bis Fritz-Manöver

 

 

17.38 Uhr 

 

Gespräch mit K. K. über das Fritz-Manöver :
Überregulierung statt Unterregulierung der Abschlußveranstaltung am 11.9.06: das würde (die angestrebte) Verunsicherung schaffen / Das Geheimnis des Kunstwerks muß bleiben / Instrumentalisierung, Definition verschiedenster Kontexte als genuine Fritz-Manöver ist gefährlich / Die Frage nach der Gabe für das Mittun der (sehr) vielen Beteiligten. Danke.

 

06. 07. 2006

 

13.56 Uhr 

 


Das tägliche Fritz-Manöver macht aus den manövrierten Manövrierenden zugleich manövrierende Manövrierte:
Ein Kooperationsangebot des Tanzquartier Wien
wird vom Fritzpunkt als Manöver-Schachzug gelesen,
der die Abschlußveranstaltung Fritz-Manöver vom 11.9 als Publikumsbeschaffungsmaßnahme des Tanzquartiers positioniert: 1357 Ticketgutscheine für das Tanzquartier werden am 11.9. an die 1357 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fritz-Manövers verteilt. Einerseits gäbe es damit eine Gabe für alle Beteiligten (=Künstler?), andererseits verpflichtete diese Gabe zu einem freiwillig-unfreiwilligen Besuch im Tanzquartier Wien. Denn: wer schaut einem geschenkten Gaul ins Maul, zumal wenn er Tanzquartier Wien heißt? Doch nur der Fritzpunkt.

 

08. 07. 2006

 

00.00 Uhr 

 

noch 65 Tage bis Fritz-Manöver

 

10. 07. 2006

 

00.40 Uhr 

 


In der Fluc-Wanne:
Besichtigung für den 4. August 2006:
Vom Camp zum Manöver
Statement von
Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
zum (unabdingbaren) Weg vom Lager zum Manöver

 

11. 07. 2006

 

01.16 Uhr 

 

2. Gespräch mit F. M. über das Fritz-Manöver :
The Game / zB. das Kapital von Marx lesen /
oder Kurt Palm läßt den Ulysses von Joyce lesen /
"Marianne Fritz gibt es gar nicht!" gegen "Marianne Fritz soll so bekannt wie James Joyce werden!" / wo ist die Meta-Ebene? / und wieder die Überzeugung, 1357 Menschen seien für das Fritz-Manöver zu begeistern / über den Nutzen von politscher Arbeit in Interessensgemeinschaften und Kontaktängste mit der Privatwirtschaft. Danke!!

 

 

11.49 Uhr 

 

Den Anlaß immerzu finden, der begründen könnte, weswegen 1357 Buchseitenblätter am 11.September 2006 naturgemäß erlesend ins Hinterland führen.

 

13. 07. 2006

 

00.00 Uhr 

 

noch 60 Tage bis Fritz-Manöver

 

 

20.48 Uhr 

 

daß es dafür auch noch ein wort gegeben haben sollte, das die mauer licht übersprang die mauer schall, diese grenzfläche ablenkung asymptotischen nichts, sollte es ein wort gegeben haben für: haut und wie sie in die welt sich faltete um ein wort wie: ich ein faltengebirge ein geknülltes blatt papier die beschreibung versuchend auf dem flug vom schreib-tisch tafelberg in den ab-fall, daher wohl das bild der hand auf dem fasernetz, ihr abdruck am beginn des schreibens noch ganz spürbar, verschwindet flugs im fall-wind gegendruck des raums, lustlos das maß zu halten gegen die maßlosigkeit rundum und ein zusammengefasertes, das sich nicht auflöst in schreib-versuchen, kein mittel der lösung ätzt auf der flugbahn eine spur in die luft woher hat sie die grammatik? fingerabdrücke auf dem papier, holzfaserhämatome mondgleich in der nacht auf der anderen seite der schallgrenze licht: eine kuppe, ein nagel, eine kriegsverletzung, ein kriegsverletzer, eine nadel, ein kopf. dazwischen zu fliegen: mehr recht als schlecht, ist schon mehr als trajektor und noch weniger als nichts, nicht das rollen der münze zwischen ihren seiten und um sie herum, eher der übergang vom hören zum sehen, frequenzschwelle ohne einen ort in der welt, sie ist ja: in der luft. weiß gott wo sie hin will.

 

15. 07. 2006

 

17.00 Uhr 

 

Aus dem Theorie-Forum zum Fritz-Manöver:

Notiz vom 5.5.2006:
von Fritzpunkt

Was untersucht das Fritz-Manöver ? = Frage nach der Theorie des Manövers. Das Fritz-Manöver ist eine Praxis der Theorie : Alles, was im Vollzug des Manövers (konzeptuell beabsichtigt) fehlt, kann theoretisiert werden; interessant ist das, was voraussehbarermaßen nicht stattfindet, was aber gerade durch sein Fehlen die Grundvoraussetzungen von Theater diskutierbar macht. Ein Subtraktions-Manöver. Im besten Fall bleibt danach Theorie als das, was über das Projekt hinausragend, für Theatermacher verbindlich werden kann, als surplus wirksam. Und (auch) alles, was vor dem 11.9.2006 stattfindet, ist das eigentliche Manöver...

 

17. 07. 2006

 

21.52 Uhr 

 


Das Fritz-Manöver : eine viel-seitige Willkür. Eine viel-seitige Pluralhaft. Oder die Kick-off-Veranstaltung für den neuen Fünfjahresplan?

 

18. 07. 2006

 

00.00 Uhr 

 

noch 55 Tage bis Fritz-Manöver

 

19. 07. 2006

 

12.49 Uhr 

 


F : Ich würde Kühe nehmen.
R : Kühe? Bist du verrückt? Wieso Kühe?
F : Wieso bitteschön keine Kühe, Kühe verändern doch den Ort. Massiv.
R: Du bist massiv. Was glaubst du, was die Leute denken. Sollen sie denken, sie sind Kühe? Oder Ochsen? Oder sollen sie denken sie sollen denken, egal ob Kuh oder nicht Kuh...
I: Kühe gab es schon zu viele in der Stadt.
F, R,: ?
I: Die angemalten Kühe in der Stadt, in der Innenstadt, oder waren das Pferde? In irgendeiner Stadt waren es Kühe. Und die konnte man sich dann kaufen. Kunst sozusagen. Käufliche.
F: Ich rede ja nicht nur vom Ort, sondern auch vom Raum...
R: Wieso Raum, du redest von Viechern in der Stadt. Auf kontaminiertem Boden. Was glaubst du, was die von Vier Pfoten da sagen würden. Jetzt noch dazu. Nachdem sie den Bären abgeschossen haben.
F: Ich meine ja den Raum, der sich verändert, wenn du Kühe auf eine Wiese in der Stadt bringst, wo kein Mensch Kühe erwartet und dann kommen also die Menschen...
R: Niemand kommt, weil sie deine Kühe schon beschlagnahmen, bevor du noch schauen kannst, sind die eingezäunt, aber nicht von dir, sondern von der zuständigen Behörde, wobei, das ist so eine Sache, wer da wohl zuständig ist?
I: Also schön fände ich das schon. Das Bild mit den Kühen. Wenn dann der 18er vorbeifährt. Das wäre schon ein schöner Kontrast. Allerdings müsste sich das schon massiv unterscheiden von den 25pieces. Es dürfte nichts von der ärmlichen Ästhetik der Subsistenzwirtschaft haben. Müsste eindrucksvoller sein. Echt müssten sie gar nicht sein, die Kühe und vielleicht wären andere Tiere besser, Alligatoren oder Hyänen.
F: Nein, so meine ich das ja gar nicht, ich wollte ja lediglich zu bedenken geben...
R: Bedenken, was fällt dir ein. Entweder tun oder nicht. Da ist nichts zu bedenken. Du kannst daran denken, was passiert, wenn nicht nur die Vier Pfoten daher kommen, sondern auch der ganze WWF und der Wiener Tierschutzverein, die Veterinärmedizin und die Landwirtschaftskammer. Im nu und nix hast du hier eine Wahlkampfveranstaltung angezettelt. Und du kannst baden gehen mit deinem Bedenken.
T: Also ich finde das ganz toll. Ein Raum für viele Völker. Die Bienen zum Beispiel. Es gingen auch Ameisen. Aber die sind nicht so bunt. Außerdem doch ein bißl sehr erdnah. Aber Bienen sind echt aufregend. Habt ihr den Artikel im Standard gelesen, über die faszinierende Organisationsfähigkeit der Bienen. Wie die das regeln mit der Nachfrage. Echt genial. Geht alles mit dem Tanz.
F: Also, eigentlich geht es ja um ein Konzept, vielleicht noch etwas unausgegoren, wo 1357 Menschen...
R : Menschen. Jetzt willst du doch den Leuten sagen, sie sind Rindviecher! Das geht doch wirklich zu weit. Du wirst nicht nur die Veranstaltungspolizei am Hals haben, sondern, wenn du es zu bunt treibst, auch amnesty international...
I: Aber ihr könnt ja auch Pappfiguren hinstellen...
T: Toll ganz toll, wenn da wie viele?
F: 1357...
T: 1357 Töpfe stehen, die Sorte müsste man sich noch überlegen, Sorten und Farben. Einpflanzen ist vermutlich ja nicht so gesund...
R: ...das Stadtgartenamt, den Bezirksvorsteher, oder ist das eine Frau?

Z: (umherwandelnd, lesend) "Allen gemeinsam war die Gedächtnisübung, die dem zeitlosen Geschehen hinter Gittern Erinnerungsstützen an ein imaginäres "Draußen", morgens, mittags, abends - vor dem gemeinsamen Mahl - zum Vortrag brachte. Die Vortragenden neigten zu großer Aufregung..." (starker Verkehrslärm überschattet die Ausführungen) "...überzeugt, eine der Leuchten weihe sie ein in die Wirrsale des Schmerzes im Geiste beziehungsweise die Verstrickung des Geistes in den Wirrsalen des Fleisches..."


 

21. 07. 2006

 

19.01 Uhr 

 

Aus dem Theorie-Forum zum Fritz-Manöver:

vor dem manöver ist nach dem manöver
von Katherina Zakravsky

Wenn die manöverkritik vor dem manöver schon fällig ist, weil das manöver ein scheingefecht gewesen sein wird, das auf den ernstfall vorbereitet haben wird, dann ist es nur logisch, dass die manöverkritik dem manöver vorausgeht, weil die vorbereitung zählt und daher schon vor dem ernstfall geklärt werden muss, womit bei einem eventuellen ernstfall zu rechnen sein wird; und damit man auf alles vorbereitet ist, muss die manöverkritik dem manöver vorausgehen, da die manöverkritik gewissermaßen das manöver ist, das entweder dem ernstfall täuschend ähnlich sieht, indem es ihn so genau wie möglich vorwegnimmt, alles, bis auf das wissen, das der ernstfall tatsächlich gerade eintritt, oder weil das manöver selbst plötzlich zum ernstfall wird, weil der ernst eines jeden falls sozusagen im auge des betrachters liegt, und wer sich durch simulationen auf andere simulationen, wer sich durch manöver auf andere manöver vorbereitet, ist immer vor dem manöver und vor keinem manöver sicher.


Antwort auf obiges Posting von Fritzpunkt:

Schon früh haben die Interpretationsvorschläge die Zeit der Vor-Bereitung und der Vor-stellungen begleitet.


Antwort auf obiges Posting von zk:

Klagemauer Buch, Instant-Ritual, Flashmob, Lesemob, Opferung des Autors?, Planspiel, die Festung am Gürtel sprengen, Bildungsablass, ausgelesen, die Zeitmaschine Buch...

 

23. 07. 2006

 

00.00 Uhr 

 

noch 50 Tage bis Fritz-Manöver

 

28. 07. 2006

 

00.00 Uhr 

 

noch 45 Tage bis Fritz-Manöver

 

30. 07. 2006

 

08.15 Uhr 

 


Beginn der täglichen Videoprotokolle der Aufklärungsoffiziere des Fritz-Manövers : kurze Dreiminuten-Statements zur Lage des Manövers,
über Aufklärungsarbeit im besonderen, Sabotageakte
im allgemeinen und Widerstände im speziellen.
Möglichst jeweils in der Früh zwischen Schlafen und Wachen im rosa Fauteuil für die theaterwissenschaftliche Nachwelt dokumentiert. Unter Umständen mit dem komplett irreführenden Titel: "Aufzeichnungen aus dem Ohrensessel".

 

 

19.53 Uhr 

 


Der 40. Tag von Weiterlesen Richtung Fritz-Manöver . Und Schluß. Der Roman Naturgemäß I von Marianne Fritz mit seinen 2030 Seiten ist durch/gelesen. Etwa 110 Stunden Audio-Material liegen vor. Der Textstrom von Naturgemäß II wird sich im Gegensatz dazu im Textgelände des Fritz-Manövers am 11. September in
10 Minuten artikulieren. Welche Lese-Variante nun als Übung, welche als Ernstfall zu bezeichnen ist, wird den geschätzten Leserinnen und Lesern überlassen?
Jedenfalls sind beide Teil eines mit dem Wort "Manöver" umschreibbaren Verhaltens.