05. 05. 2008

 

13.35 Uhr 

 

Impressionen vom (Land)Leben im Roman "Das Kind der Gewalt und die Sterne der Romani" von Marianne Fritz
(aus der Klausur Das Hirn wird populär! vom 1. – 4. Mai 2008 in Dreistetten / NÖ, Teil 2 des Projekts Die Festung ):

 

 

13.36 Uhr 

 


Kurz vor Beginn

 

 

13.37 Uhr 

 


Arbeit am Zaun

 

 

13.38 Uhr 

 


Einzelleser mit dem ganzen Roman

 

 

13.39 Uhr 

 


Was nie ausgehen darf

 

 

13.40 Uhr 

 


Im Holz 1

 

 

13.41 Uhr 

 


Im Holz 2

 

 

13.42 Uhr 

 


Eine Küchengruppe

 

 

13.43 Uhr 

 


Abendessen mit Spuren der Arbeit

 

 

13.44 Uhr 

 


Textbuch mit den direkten Reden
für die Arbeitsgruppen

 

 

13.45 Uhr 

 


Einzelleserin mit Landschaft

 

 

13.46 Uhr 

 


Magdalena mit den zwei Zöpfen

 

 

13.47 Uhr 

 


Abwasch

 

 

13.48 Uhr 

 


Die Beetgruppe

 

 

13.49 Uhr 

 


Schlußbesprecheung, sehr ernst

 

 

13.50 Uhr 

 


"Nix bleibt sich gleich, Magdalen`! Alles wird anders, Magdalen`! Es gibt die Bücher, und es gibt Amerika; Magdalen`! Wir leben nicht mehr im Mittelalter! Alles bricht auf! Wir leben in der Neuzeit! Und es hat erst angefangen alles anders werden! Magdalen`! Nicht eine Festung gibt`s mehr, die nicht stürmbar wär`! Selbst die granitene Dummheit ist keine Trutzburg! Nix bleibt ganz vom Alten! Die rohe Kraft kommt ab; Magdalen`! Das Hirn wird populär! Und du fangst an, dich vor deinen Träumen zu fürchten?! Magdalen`! Wach auf!"
Marianne Fritz Das Kind der Gewalt und die Sterne der Romani, 1980

 

06. 05. 2008

 

14.50 Uhr 

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Klausur Das Hirn wird populär! :
Fred Büchel / Susanne Hahnl / Ulf Höfer / Jan Jedenak
Karl Jungwirth / Veronika Kritzer / Anne Mertin
Tatjana Nikitsch / Michael Pilz / Bettina Rabelhofer
Lilli Rabelhofer / Gabriele Stöger / Anna Trigler sowie Hinz und Kunz und andere

Alle Fotos der Klausur wurden mit einem für alle jederzeit nutzbaren Fotoapparat gemacht, die Autorschaft dieser Bilder ist mithin kollektiv und nicht näher zu bezeichnen.

 

07. 05. 2008

 

19.54 Uhr 

 

Kurze Nah-Reflexion für eine nächste Klausur:

- die verschiedenen (Hand)Arbeiten mit verschiedenen Textregeln versehen.

- die verschiedenen (Hand)Arbeiten hätten "vorprobiert" werden müssen, um die Textauswahl je spezifischer, rhythmisch adäquater zu gestalten.

- die Zielgerichtetheit, Zweckbestimmtheit der (Hand)Arbeiten im Gegensatz zur scheinbaren Zweckungebundenheit des Textarbeitens mehr reflektieren.

- die Differenz zwischen den verschiedenen Teilnehmergruppen (Fritzpunkte, Hausleute, Teilnehmerinnen und Teilnehmer) deutlicher und damit handhabbarer machen.


 

09. 05. 2008

 

06.44 Uhr 

 

An >>>> Fritzpunkt.
buero@fritzpunkt.at
Wien

Sehr verehrte Damen,
sehr geehrte Herren,

am 22. Mai wird der WDR 3 um 22 Uhr mein Hörstück UND ALSO ES GESCHAH ausstrahlen. Falls Ihnen möglich, wär`s fein, Sie kommunizierten das ein bisserl herum.

Es grüßt aus Berlin nach Wien:

ANH
www.albannikolaiherbst.de


 

19. 05. 2008

 

23.01 Uhr 

 

 

Eine Zusage. Keine Absage. Für das bereits laufende Projekt Die Festung Teil 1-4.

 

 

 

24. 05. 2008

 

11.34 Uhr 

 

"... einiges schnitt sich dazwischen hinein, was längst schon gewesen Vergangenheit, in die Vergangenheit schnitt sich hinein Gegenwärtiges. Und hatte das unangenehme Empfinden, er könnte irgendetwas Wichtiges nicht richtig verstehen, alles und so vieles geschah gleichzeitig, er kam nicht nach blieb immer irgendwie hinten: hinter den Ereignissen zurück hinter den Entwicklungen, verstand so vieles nicht, was ihm gut getan hätte, wenn er es verstanden aber? Falls er es verstanden: hätte es, auch nichts genützt. Verstehen, es war, zu wenig; immer zu wenig; aber ein Anfang wäre es vielleicht gewesen. Und versuchte immer wieder, sich aufzulösen und vor allem den Druck auf den Magen, die Unterleib-Region weniger zu spüren, wie das Wühlen in den Eingeweiden. Sich auflösen in allgemeinsten unverbindlichen Betrachtungen, die Verschwommen-Bleiben forderten, sollten sie ihm werden nicht selbst unerträglich und stutzig stimmen; zerren in einen Zustand, der nicht immer genannt werden konnte Verfassung."
Marianne Fritz Dessen Sprache du nicht verstehst, 1985

 

25. 05. 2008

 

17.18 Uhr 

 

"Sach`n gibt`s, die gibt`s wirklich. Enorm.
Liebe, die sich nicht an Tatsachen haltet. Mir sind begeistert, ganz so, wie sich`s g`hört, die Liebe ist stärker als der Tod, richtig.
Und auf daß das wahr ist, glaub`n wir`s nicht. So einfach ist das Dahergelogene enträtselbar, wenn die Überlebensfrage eine komplizierte Angelegenheit ist. Kann sich ein Dichter leisten, der etwas anderes sein möchte, als ein Hungerleider, verstehst. Und unabkömmlich, falls er nicht z`alt ist. Liebe, die auf: jedem Boden wachsen kann...
Fragen möchte ich nicht wie.
Eine Idee im Repertoire von so einem Dichter, wenn ihm nix anderes mehr einfallt. Sein Hirn muß sich, ja, heißrennen, sonst müss`n es seine Füß zumal Leser sammeln sein G`schäft ist. Und die Gfraster erst einmal find`n, heutzutag? Wo alles marschiert, ergo erfindet er, was todsicher derlog`n ist und ein so ein armes Tschapperl von Leser-Ratz frißt so eine G`schicht zwischendurch am liebsten, daß es den Schmähtandler aufrichtig freut, so wie ihn das nährt verstehst; was eh nicht wahr ist. Daß er`s schon fast selber zum glauben anfangt. Irgendetwas muß ja am unverdaulich Daherg`logenen wahr sein, zumal es so viele fress`n, unterwegs und wenn`s rasten, und nicht einer dabei an Vergiftung g`storb`n ist: Die G`storbenen geben`s nicht zu und die Überlebenden erst recht nicht. Ich hab`s dir g`sagt. Sag nie, ich hätt`s dir nicht g`sagt!
Wenn sich der für eine G`schicht begeistert, die ein Renner ist; mir halten uns an die Tatsachen, das ist weniger riskant, hörst.
Eine wichtigere und spannendere G`schicht als: bist unabkömmlich oder bist abkömmlich, gibt`s nicht. Ich hab`s dir g`sagt.
Objektiv bleiben; absolut objektiv, hörst. Heutzutag wird jeder Fehltritt zum Marschschritt. Kommst mit, bleibst." Marianne Fritz Dessen Sprache du nicht verstehst , 1985

 

27. 05. 2008

 

19.27 Uhr 

 

Von Fritzpunkt:

Lieber Alban Nikolai Herbst,
vielen herzlichen Dank für Ihr berührendes Hörstück.
Wir hatten kaum das Manuskript des Stücks von der WDR-Seite ausgedruckt und uns in Klangvorstellungen ergangen, da hat uns schon Ihre Scheibe gestreift. Ein großartiger Beweis für das Sprechen mit und von der Autorin und nicht über sie. Wie die von Ihnen ausgewählte Musik die verschiedenen Spracharten und Sprechhaltungen verbindet und doch nicht kommentiert, ist ein rares Beispiel des Lebenlassens der je eigenen hohen Materialkapazität, für "das dritte Ohr". Es ist das erste Mal, daß ein Autor den Raum der Fritz`schen Sprach-Interpretation so zu eröffnen vermag, daß die utopische Potenz dieser Sprache sich auftut.
Der ORF hockt auf einem von österreichischen Mimen gefertigten Portrait, das er zu jeder Fritz-Gelegenheit (dh. alle 10 Jahre) immer wieder abspielt und wir rütteln schon lange an dieser saülenheiligen Sendung.
Nochmals vielen Dank für die Freude, die Sie uns geschenkt haben.
Herzlichen Gruß,
Anne Mertin
Fred Büchel


An Fritzpunkt :

ANH
27. Mai 2008.
Liebe Frau Mertin, lieber Herr Büchel,

ganz herzlichen Dank für Ihre Zeilen; sie tun mir gut, der ich der Fritz in der verweigerten Akzeptanz ähnlich, meiner persönlichen Art nach aber ganz anders, aggressiver - machistisch, wenn man so will -, meiner literarisch und eben auch musikalischen Arbeit nachgehe. Man
b r a u c h t Bestätigung, ob man es zugibt oder nun nicht, ja es scheint fast so zu sein, als wüchse die innere Eitelkeit um so höher hinauf, als die Ablehnung hoch ist: jene tut also n o t - auch wenn gerade das die allgemeine Ablehnung nun erst recht füttert. Und das wieder mästet den inneren Hunger nach Anerkennung. So dreht sich die Spirale denn immer weiter. Wer da nicht das Temperament eines Kriegers hat, wie ich von Frau Fritz glaube, braucht dann viel passive Kraft, Leben und Arbeit aktiv durchzuhalten. Frau Fritzens Leistung kann insofern gar nicht genug bewundert werden.
Haben Sie etwas dagegen, wenn ich Ihren Brief und diese meine Antwort in mein Literarisches Weblog DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT einstelle? Bei Gegnern frag ich da nicht, bei freundlich gesonnenen Menschen aber sehr wohl. Sie können übrigens >>>> ab hier das Entstehen der Produktion quasi mitlesen; die Beiträge sind je untereinander verlinkt. Ich habe das seit knapp fünf Jahren für alle meine Hörstücke so gehalten, wenn ich selbst die Regie innehatte.
Ganz herzlich
Ihr
ANH
www.albannikolaiherbst.de

 

28. 05. 2008

 

13.40 Uhr 

 

Die Erkenntnisse aus der Klausur Das Hirn wird populär! in Teil 4 des Projekts Die Festung namens Wenn du mein Hirn gefunden hast, erzähle ihm Vertrautes (Sommer 2009) einfliessen lassen: Beides sind einschließende Modelle (im Gegensatz zu Teil 3 im steirischen herbst 2008) und funktionieren als kathartische Risikosets, die gegen Interpretation arbeiten.

 

31. 05. 2008

 

11.35 Uhr 

 

Kommentar zu Großveranstaltungen jedweder Art ?:

"Die Statistiker haben ausgerechnet, wieviel so ein Tag kostet. Eine solch eine Kostenexplosion ist das, die kann keiner zahlen. Unmöglich. Ein Bankrott, den können sich nicht einmal unsere Herrschaften leist`n.
Die Ochs`n! Und du auch so einer, irr.
Tuscheln`s, ewig kann`s nimmer dauern und schreien begeistert, auf daß der eine den anderen und der andere den einen nicht verdächtigt, er meint anders als er meint: Hurra! gehen mir das Vaterland liehieben. `S ist eh bald vorbei. Weil, ewig kann das nicht dauern.
Dann ist die Ewigkeit da. Kann keiner mehr zahl`n. `S ist bei der Begeisterung nur ein Hühneraug passiert: irr an den Tatsachen vorbeikalkuliert. Was kostet, muß irgendwohin. Wo`s etwas zum zahl`n gibt, muß einer kassier`n, des is logisch. Der`s kriegt ist ein anderer als der`s zahlt. Und der`s kriegt, den freut`s irr! Da hört sich die Identität auf."
Marianne Fritz Dessen Sprache du nicht verstehst , 1985