02. 04. 2009

 

23.53 Uhr 

 

(Was hier jetzt folgt, dauert etwas länger. Sogar sehr lang. Wen sogenannte kulturpolitische Erregungen nicht interessieren, dem wird tunlichst geraten, diesen Eintrag zu überlesen.)

 

Lieber Andi !
Dokumentation eines virtuellen Theaters

 

1.Akt

Am Beginn steht eine per mail zugesandte Einladung zu einem Symposium am 3./4. April 2009, veranstaltet von den drei Kuratoren der Stadt Wien für Freies Theater und Tanz im Koproduktionshaus brut am Wiener Karlsplatz mit folgendem Wortlaut:

(Dokument 1)

Die Kuratoren der Stadt Wien für OFF Theater und Tanz veranstalten zum Abschluss ihrer Tätigkeit unter der Schirmherrschaft von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny ein Symposium:

Wie beeinflusst öffentliche Förderung die Qualität der freien Theater- und Tanzszene?

Die Wiener Theater-, Tanz- und Performancelandschaft hat sich durch die neuen Fördermodelle, die kontinuierliche Evaluierung durch eine Fachjury, das hauptberufliche Kuratorenmodell und die Etablierung von Koproduktionshäusern sowohl im lokalen als auch im internationalen Kontext wesentlich verändert.Das Anliegen der zweitägigen Veranstaltung ist es, einen öffentlichen Diskurs zu Kriterien und Modellen für die Förderung der freien darstellenden Kunst zu führen. Eröffnet wird das Symposium von zwei ReferentInnen, die aus verschiedenen Blickwinkeln den Zusammenhang zwischen Förderung und Qualität beleuchten. In einzelnen Arbeitsgruppen wird dann folgenden Fragen nachgegangen: Welche Qualitätskriterien sollen für Förderungen herangezogen werden, welche Förderstrukturen sind zeitgemäß und welche Institutionen sind geeignet den Anforderungen der zeitgenössischen künstlerischen Praxis gerecht zu werden. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden präsentiert und in einem Publikumsgespräch zur Diskussion gestellt.

Eingeladen sind KünstlerInnen, VeranstalterInnen, Theater- und Tanzinitiativen, MedienvertreterInnen, WissenschaftlerInnen, KulturpolitikerInnen und alle Interessierten. Für die Arbeitsgruppen gibt es jedoch eine beschränkte TeilnehmerInnenzahl. Anmeldung zu den Arbeitsgruppen bis zum 30.03. unter office@kuratoren-theatertanz.at

 

Freitag, 3. April 2009
brut Künstlerhaus

11.00 Uhr
Begrüßung

11.15 Uhr

Impulsreferate von
Amelie Deuflhard, Künstlerische Indentantin
Kampnagel Hamburg 

Jean Pierre Hoby, Kulturchef Stadt Zürich

Mittagspause

14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Arbeitsgruppen zu folgenden Themen

* Lassen sich Qualitätskriterien für die Beurteilung künstlerischer Arbeit in der darstellenden Kunst definieren?
Leitung: Berno Odo Polzer, Künstlerischer Leiter: Wien Modern, Jurymitglied 4-Jahresförderung 2009-2013

* Welche Fördermodelle braucht die Wiener Tanz- und Theaterszene um ihr Potential sowohl lokal als auch international auszuschöpfen?
Leitung: Christine Standfest, freischaffende Künstlerin, theatercombinat

* Welche Institutionen (von Ausbildung beginnend) sollen in Zukunft gestärkt werden um der Entwicklung der freien Theater- und Tanzszene gerecht zu werden?
Leitung: Veronica Kaup-Hasler, Künstlerische Leitung Steirischer Herbst, Jurymitglied 4Jahresförderung 2005-2009

20.00 Uhr optional Vorstellungsbesuch 

Doris Uhlich Glanz
brut Künstlerhaus, Kartenreservierung unter tickets@brut-wien.at

 

Samstag, 4. April 2009
brut Künstlerhaus

10.30 Uhr bis 12.00 Uhr
Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen durch deren LeiterInnen. Moderation: Peter Schneeberger, Kulturredakteur profil

Mittagspause

13.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Abschließendes Publikumsgespräch mit Amelie Deuflhard, Jean Pierre Hoby, Veronica Kaup-Hasler, Berno Odo Polzer, Christine Standfest zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen. Moderation: Peter Schneeberger, Kulturredakteur profil

Diese Veranstaltung der Kuratoren der Stadt Wien findet in Kooperation mit dem Koproduktionshaus brut statt.

Angela Glechner, André Turnheim und Marianne Vejtisek
www.kuratoren-theaterszene.at
Theaterverein

 

2.Akt

Am Tag vor Beginn des Symposiums, also am 2. April, erhielt der Fritzpunkt ein mail mit den begleitenden Worten: 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen !

Wir bitten Euch, den folgenden Text als Impulsstatement für die drei Arbeitsgruppen unseres morgigen Symposiums im brut zu begreifen und hoffen, damit eine Grundlage für angeregte Diskussionen anzubieten.

mit lieben Grüßen,
Angela, André, Marianne

 

Angehängt an dieses mail befand sich folgender Brief:

(Dokument 2)

Lieber Andi!

Die große Wiener Theaterreform ist nahezu vollständig umgesetzt. Das schriftliche Schlussfazit der Reform können wir Dir nach unserem Symposium, das morgen und übermorgen im Koproduktionshaus brut stattfinden wird, hoffentlich persönlich übermitteln.

Die von Dir initiierte Reform und das dafür eingesetzte Kuratorium haben die Wiener Theaterlandschaft nachhaltig verändert. Die Koproduktionshäuser sind weitgehend installiert und mit ihrer Diffusionsförderpraxis zum großzügigen Ersatz für den freien Wildwuchs in Wiens Theaterlandschaft geworden. In unermüdlicher Kleinarbeit haben wir als zweites Kuratorenteam die treffenden Worte und geeigneten Wege gefunden, Deinen Zielvorgaben zu entsprechen und die kontinuierliche Evaluierung als künstlerische Maßnahme begreifbar zu machen und durchzusetzen.

Die dabei innerhalb der Szene aufgetretenen Vorschläge, Widerstände und Reibereien konnten erfolgreich im Sinne der Reform instrumentalisiert und in den demokratischen Reformprozess eingebunden werden. Dass morgen und übermorgen der entscheidende Teil der Wiener Szene an den drei Arbeitsgruppen des Symposiums teilnimmt, zeigt, wie hoch die Akzeptanz undIntegrationsfähigkeit der Reform gediehen ist und legitimiert die von uns getroffenen Förderentscheidungen.

Die Anschlussfähigkeit der Wiener Freien Szene an den bereits konsolidierten und liberalisierten Off-Theater-Markt im übrigen deutschsprachigen Raum ist mit dem Abschluss der Theaterreform erreicht, die Lenkbarkeit des Theaterangebots in der Stadt selbst zB. über die neu eingeführten periodischen Intendanzwechsel der ehemaligen Mittelbühnen gegeben. Verjüngung, Verschlankung und Diversifizierung der Theaterdienstleistungen bei gleichzeitig vorhandener formaler Vergleichbarkeit stellen einerseits die Evaluierbarkeit sicher, bergen andererseits aber auch genügend Potential für zukünftige Einsparungsmaßnahmen auf diesem Sektor.

Die Regeln des freien Marktes sind nun also auch im Wiener Theaterbetrieb unmissverständlich installiert und entsprechen damit Deinem politischen Wunsch nach nachvollziehbaren Effizienzkriterien. Wer sich diesem Professionalisierungsangebot des Leistungswettbewerbs nicht stellt, muss einsehen, dass er von Deiner Reformpolitik nicht mehr erfasst wird.

Wir haben Dir also im Laufe unserer Kuratorentätigkeit jeweils vor allem jene Freien Gruppen und Häuser zur Förderung vorgeschlagen, die den neuen Förderkriterien der Wiener Theaterreform am besten entsprachen. Es waren dies Gruppen und Häuser, deren Performances international gezeigt und somit von anderen Städten kofinanziert wurden, die Ihre Internationalität durch Einbindung von Neuen Medien und Mehrsprachigkeit stärkten oder deren eher lokal ausgerichtete Performances mit geringen Mitteln neue Publikumsschichten ansprachen und/oder in bisher nicht erschlossenen Randbezirken Wiens stattfanden sowie im Sinne des Diversity Management fremdsprachige Minderheiten im öffentlichen Raum integrierten.

Insgesamt können wir auch Deine Entscheidung, Personen und Initiativen zu fördern, die keinen Antrag an uns gestellt haben, mittragen, weil diese zur Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeit in der Wiener Theaterlandschaft beigetragen haben, indem sie die Auseinandersetzung mit den Traditionen großstädtischer Unterhaltungskultur wie Boulevardtheater führen.

Wir sind froh, am Ende unserer Kuratorentätigkeit unsere Haltung endlich ohne Rücksicht auf die vielfältigen Interessensgruppen äussern zu können und bedanken uns noch einmal für die so ergebnisreiche Zusammenarbeit, die auch für unsere Nebenbeschäftigungen ausreichend Raum gelassen hat und hoffen, die Kulturbudgetdebatte in Deinem Sinn beruhigt zu haben.

mit lieben Grüßen
Angela, André, Marianne

Wien, den 2. April 2009

 

3.Akt

Eine halbe Stunde später folgte an diesem seltsamen
2. (!) April noch ein mail, diesmal mit dem Betreff “KORREKTUR IMPULSSTATEMENT: SYMPOSIUM BRUT 3./4.04.” und den entschuldigenden Worten:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen !

Wir bitten euch, das vor kurzem verschickte Mail als gegenstandslos zu betrachten und zu löschen. Das Attachement enthielt nur ein internes Diskussionspapier. Der richtige Text des Impulsstatements hängt bei.

mit der Bitte um Entschuldigung
Angela, André, Marianne

 

Angehängt war diesesmal das folgende Dokument:

(Dokument 3)

Aus dem

Leitbild zur Wiener Theaterreform (2003):

Vorrangig gefördert werden sollen Projekte oder Institutionen,

- die sich durch hohe Qualität und Professionalität sowohl im künstlerischen als auch im administrativ-organisatorischen Bereich auszeichnen,

- die durch innovative Ansätze zur künstlerischen Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung der Darstellenden Kunst beitragen bzw. bedeutende Traditionen in der Geschichte der Darstellenden Kunst aufnehmen und zeitgemäß weiterführen,

- die über einen lokalen Kontext hinaus Beachtung finden,

- die einen möglichst unverwechselbaren, ästhetisch konsequenten Ausdruck hervorbringen und auf entschiedene Weise Entwicklungen der Gegenwart reflektieren,

- die eine theatralische Auseinandersetzung mit neuen medialen Ausdrucksformen suchen und Spartengrenzen überschreiten,

- die einen bedeutsamen Beitrag zur Konsolidierung bestehender und der Erschließung neuer Publikumsschichten leisten, insbesondere auch jüngerer ZuschauerInnen und Gruppen der Gesellschaft, die in der gegenwärtigen Publikumsstruktur unterrepräsentiert sind,

- die durch ihre Zielsetzungen und ihr Profil zur Steigerung des allgemeinen Interesses an der Darstellenden Kunst beitragen,

- die mit und durch ihre künstlerische Arbeit im Bereich der Darstellenden Kunst prägnante Anknüpfungspunkte für Austausch, Verbreitung und Vernetzung auf internationaler Ebene liefern,

- die der kulturellen und sozialen Vielfalt einer modernen Großstadt Rechnung tragen,

- die in der Wahl ihrer Orte städtebauliche Entwicklungen berücksichtigen und Angebote in kulturell bislang wenig versorgten Stadtgebieten schaffen,

- die mit und durch ihre künstlerische Arbeit im Bereich der Darstellenden Kunst prägnante Anknüpfungspunkte für Austausch, Verbreitung und Vernetzung auf internationaler Ebene liefern,

- die eine geeignete Anwendung der Prinzipien des gender mainstreaming erwarten lassen,

- die zur Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeit in der Wiener Theaterlandschaft beitragen (beispielsweise mit fremdsprachigem Theater, Theater für bestimmte Zielgruppen, aber auch die Auseinandersetzung mit den Traditionen großstädtischer Unterhaltungskultur wie Boulevardtheater).

Das Symposium der Kuratoren der Stadt Wien findet am 3. und 4. April 2009 in Kooperation mit dem Koproduktionshaus brut statt.

Genaues Programm unter www.kuratoren-theatertanz.at

 

Epilog

Was soll man/frau davon nun halten? Nach genauerem Studium stellt der Fritzpunkt fest, dass die Einladung zum Symposium von der mail-Adresse office@kuratoren-theatertanz.at, die zwei folgenden Dokumente aber von der leicht abweichenden Adresse office@kuratoren-theaterszene.at verschickt worden sind. Nun sind aber beide Domainendungen auf der Einladung der Kuratoren zu finden, kuratoren-theatertanz.at in der Anmeldungsadresse zum Symposium und www.kuratoren-theaterszene.at ganz am Ende derselben Einladung. 

Da die Argumentation im Brief an den “lieben Andi!” (womit wohl nur der amtsführende Stadtrat für Kultur gemeint sein kann) so ganz und gar nicht der Linie der Kuratoren zu entsprechen scheint, sondern ganz im Gegenteil deren Arbeit in ironischer Form grundlegend kritisiert, scheint hier eher jemand sehr wütend über die Art der Einladung und die in ihr gestellten Fragen gewesen zu sein. Oder machen die Kuratoren am Ende ihrer Amtsperiode eine Art Lehrstück mit der Wiener Szene, indem sie sie zur Beantwortung der von ihnen gestellten Fragen in die drei Arbeitsgruppen bitten und sie vorher mit kritischem Material impfen? 

Wie auch immer dieses Rätsel gelöst werden wird, die einer Symposiumsarbeitsgruppe zugrundeliegende Frage “Lassen sich Qualitätskriterien für die Beurteilung künstlerischer Arbeit in der darstellenden Kunst definieren?” muß man sich - nach fast sechsjähriger Arbeit von zwei Kuratorien in Wien - schon auf der Zunge zergehen lassen: Soll die Szene jetzt in einem Nachmittag a) die Arbeit erledigen, die  - mit dem Stellen einer solchen Frage - offensichtlich nicht gemacht worden ist? oder b) Soll diese Veranstaltung der nachträglichen Absegnung aller getroffenen Förderentscheidungen durch die Betroffenen selbst dienen und damit nachträglich den ganzen Reformprozess legitimieren? Stell dir vor, es ist Reform und alle gehen hin? oder c) soll man als dem Befreiungsunternehmen Sprache verfallener Mensch die hier geführte Sprache einfach nicht ernst nehmen?

Wir gratulieren jedenfalls zum virtuellen Theater und empfehlen alle drei Dokumente, vor allem aber den Brief an den lieben Andi, einer eingehenden kritischen Lektüre. Und wir empfehlen vor allem und allen und darüberhinaus dauerhaft: mehr Selbstironie. 

 

 

06. 04. 2009

 

19.49 Uhr 

 

Die Musik verläßt sich aufs Theater, das Theater verläßt sich auf die Musik und keiner ist da. (Eine grundsätzliche Bemerkung zu der Art und Weise, wie Musiktheater zumeist praktiziert wird).

 

 

09. 04. 2009

 

11.55 Uhr 

 

Anlage des Grobablaufs des 1.Teils der Partitur zur Krise. Bestandteil sind u.a. auch das Lied des harmonischen Interessensausgleichs, das Lied des Johannes Null und das Lied der Ersten Natur.

 

 

11. 04. 2009

 

18.23 Uhr 

 

Im Gespräch mit Otto Dünser wird in Nachfolge des Schwerkraft-Preises 2008 der Gewalt-Preis 2009 entworfen. Näheres dazu im Herbst dieses Jahres.

 

 

12. 04. 2009

 

20.03 Uhr 

 

Heute versandtes “Jahresprogramm 2009” des Fritzpunkt:

Das Büro für theatralische Sofortmaßnahmen freut sich, die Fortsetzung seiner langfristigen Maßlosigkeit anzukündigen:


Die Festung - Teil 4
Vorteile an sich ziehen, Nachteile delegieren
Juni und September 2009


Man erinnere sich: "Das Projekt Die Festung, benannt nach dem Arbeitstitel des Gesamtwerks der österreichischen Autorin Marianne Fritz, begreift diese Texte in ihrer dramatischen Vielfalt als Handlungsanweisung für das Theater, als Verhaltensweisen generierenden Wahrnehmungsapparat, der in seiner formalen Avanciertheit, seiner Klang- und Rhythmuskapazität für das zeitgenössische Theater virulent werden muß." (Eigenzitat 2008)

Nach öffentlicher Meinungspflege, Klausur und 11 TageundNächte dauernder Theatermaßnahme im steirischen herbst 2008 steht das Theaterkollektiv Fritzpunkt mittlerweile vor Teil 4 seines Festungsprojektes: Fritzpunkt wagt sich in Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit diesem, dem Roman Naturgemäß I und unveröffentlichten Texten von Marianne Fritz gewidmeten Projektteil, in das weite Feld des zeitgenössischen Musiktheaters und hofft damit seinen wachsenden Unmut über einige Ausformungen dieses allseits beliebten Genres produktiv dämpfen zu können. Und um auch ja nichts auszulassen, ermöglicht uns Marianne Fritz mit luziden Analysetexten aus ihrem Nachlass, dem gegenwärtigen Krisenwahnsinn Die Partitur zu Krise zur Seite zu stellen:

"Es geht natürlich um die Tendenz, den Sozialdarwinismus mit aller Ungeniertheit und nicht einmal mehr schamvoll verschleiert nicht nur "gesellschaftsfähig" zu "formen", schlimmer: Sogar Rechts"geschichte" soll der Sozialdarwinismus werden, zukünftiges Rechtsverständnis, heutiges Recht. Geltendes Recht. Unglaublich. So besehen ist die Kulturbudgetfrage natürlich zu Gunsten der Spektakelwelt "auszulegen", zumal doch fraglich ist, ob diese Art "künftige Elite": etwas verkraftet, was jenseits der eigenen "Auserwähltheit" ist. Kaum.- Raffgier einer Minderheit, die sich tollkühn erdreistet, ein ökonomisches System, es ist das kapitalistische, - hemmungslos, schrankenlos - mit dem tatsächlichen Menschen in seiner Mehrdeutigkeit, in seiner Vielfalt, in seiner Verschiedenheit, in seiner kreatürlichen "Verletzlichkeit", zur Zusammenschau zu zwingen, um sie zu entzweien." (Marianne Fritz, 2005)


Die Festung - Teil 4a
Die Partitur zur Krise
Ein Musiktheaterkollaps

Juni 2009

Die Festung - Teil 4b
Wenn du mein Hirn gefunden hast, erzähle ihm Vertrautes
Eine musiktheatralische Bodenübung

September 2009

Eine Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Prof. Ingomar Rainer

Informationen unter:
+43 (0)699 11685616
buero@fritzpunkt.at


Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen

Ein Konzept des Stadt Theater Wien
Fred Büchel Susanne Hahnl Anne Mertin und Co.

Fritzpunkt wird gefördert von der MA7 Kultur
der Stadt Wien

 

 

15. 04. 2009

 

18.36 Uhr 

 

 

3. Begehung  des Löwenhofes mit Ballspielhaus und Stallgebäude im Schloss Neugebäude in Simmering für Die Festung - Teil 4b: Wenn du mein Hirn gefunden hast, erzähle ihm Vertrautes. Skizzierung des Szenarios für das Projekt im September 2009: Eine Leerstelle (vgl. das von Baubeginn an gescheiterte Konzept eines Lustschlosses nördlich der Alpen) behaupten, indem sie markiert und möglichst wenig gemacht wird (im Sinne von theatralischer Aktion). Dem Ort - im übertragenen Sinn - eben keine neue, andere Verfassung geben als die, in der er sich jetzt befindet. Eine begehbare akustische Landschaft.

 

 

19. 04. 2009

 

09.08 Uhr 

 

Noch ein (sehr langer) Arbeitstitel für Die Festung - Teil 4b:

Und irgendwanneinmal Gesehenes bruchstückhaft übersetzbar geworden war, irgendwanneinmal wird es so, ähnlich!, gewesen sein, transformierbar war in die Welt der Worte, Sprache wurde, Baustelle, unvollendetes Immerwieder in Worten
- Eine begehbare akustische Landschaft


Die Kurzform davon:

Irgendwanneinmal wird es so, ähnlich!, gewesen sein
- Eine begehbare akustische Landschaft


 

24. 04. 2009

 

15.55 Uhr 

 

 

Ein Fetzen aus der aktuellen Arbeit an der
Partitur zur Krise
für den 6. Juni 09 im
Depot in Wien.

 

 

26. 04. 2009

 

12.14 Uhr 

 

 

Ein zweiter Fetzen.