01. 04. 2007
11.23 Uhr
Aus einem Gespräch in der Expositur E4 :
"Theater als einziger Ort, wo es kein Theater mehr geben muß, wo keine Rollen gespielt werden, wo alles abgelegt werden kann."
"Ein Ort des friedlichen Singens alter Gesänge im Dienste guten Materials."
"Es muß einen Zweck um des Theaters selbst willen geben!"
"... den schreibenden Zustand in einen hörenden, singenden Zustand übersetzen..."
Was soll man da machen...
02. 04. 2007
11.07 Uhr
Ein schönes Transportmittel, noch immer.
17.26 Uhr
Das Berufsbild der Famareferentin wird geboren und gleich ideal besetzt. Auswirkungen im September dieses Jahres.
03. 04. 2007
10.05 Uhr
Beginn der Probenarbeit für das Septemberprojekt.
Und (noch) ein (möglicher neuer) Titel:
Der Unterschied wird nicht verschieden
Im Stellungskrieg der Zuschaukunst
04. 04. 2007
17.04 Uhr
Erste Feldpost kommt an, nachdem beim Ausfall 1
am 31. März mit frankierten Antwortkuvert darum
gebeten worden ist. In der Folge ergibt sich bei einer Teilnehmerzahl von 21 Personen beim Ausfall 1 ein Rücklauf von über 50 Prozent. Die zum Teil sehr elaborierte Feldpost wird im Kriegsarchiv des Büros für theatralische Sofortmaßnahmen verwahrt und kann auf Wunsch eingesehen werden.
07. 04. 2007
20.28 Uhr
Die Körper müssen wissen, daß sie keine Bilder machen wollen (Bewegungstechnik im Recycling-Gelände).
Zum damit angesprochenen Komplex des (blinden) Sängers passend:
"In den oft zitierten Versen »Viel hat von Morgen an, / Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander, / Erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang« ist das »wir« eine editorische Konjektur. Der Ausgang des letzten Verses der zitierten Stelle lautet in der fast ohne Korrekturen verfassten Reinschrift: »bald sind aber Gesang«.Das »wir« des Gesangs, das »bald« erwartet wird, bleibt ungesprochen."
Felix Christen über Rainer Nägeles Lektüren von Hölderlins Spätwerk in Hölderlins Kritik der poetischen Vernunft, 2005
15. 04. 2007
15.32 Uhr
Ein Fundstück:
Purim
Ein Fest für Franz Haas und Klaus Zeyringer
Ein kleines Schloßgespenst geht in Österreichs Literaturbetrieb um. Es ist die Angst, daß man die österreichische Gegenwartsliteratur im Ausland nicht mehr versteht. Als Kronzeugen gelten Bücher von Werner Kofler, Marianne Fritz und Elfriede Jelinek, insgesamt ist aber wohl all das gemeint, was hierzulande unter dem Begriff der "Avantgarde" läuft bzw., richtiger, einstmals unter diesem gelaufen ist. Der Begriff der Avantgarde ist ja mittlerweile selbst zu einem historischen geworden. Kaum einer, der heute in Österreich schreibt, beruft sich darauf, umgekehrt prügeln die Kostverächter des literarischen Eigensinns mit um so größerer Lust auf ihn ein. Was Wunder auch: Ein allzu großes Risiko trägt dabei keiner.
Sagen wir so: Es sind eigenwillig schreibende Autoren und Autorinnen aus Österreich, um die es in dieser nicht mehr ganz neuen, aber jetzt wieder aktuell gewordenen Debatte geht. Mehr noch als um die Autorinnen und Autoren geht es freilich um die Exponenten des Betriebes, die in unserem Land vermeintlich hinter ihnen stehen. Die warmherzig vorgebrachte Sorge um die Verständlichkeit der österreichischen Literatur entlarvt sich als ein macht- und kulturpolitisches Manöver, und sie tut dies auch deshalb so rasch, weil sie von Beginn an als ein solches daherkommt. Aus dem Unverständnis, das manch einem eigenwilligen Text aus Österreich in manch einer Kritik des deutschsprachigen Großfeuilletons (und wohl auch in manch einer Kritik des Inlands) entgegengebracht wurde und wohl auch weiterhin wird, leitet man ohne große Umschweife eine explizite Forderung ab: So, liebe Autorinnen und Autoren, lieber Werner Kofler, liebe Marianne Fritz und liebe Elfriede Jelinek, kann man halt nicht schreiben, wenn man im Ausland nach rechter Art verstanden sein will.
Es ist ein abgekürztes Verfahren, das hier angewandt wird und als solches kaum noch zuläßt, sich mit den Texten selbst zu beschäftigen. Schwierigkeiten mit dem Verständnis von Texten werden als Einwände gegen Texte gesehen. Auf die Idee, daß sich ausgerechnet in den Lektüreschwierigkeiten die Voraussetzung von Interpretation findet (so wie dies in der hermeneutischen Tradition gut begründet ist), kommen die Betreiber dieser neuen Art von Literaturwissenschaft nicht. Literarische Texte treten dort, wo sie arbeiten, nämlich auf dem Feld der medialen und soziologischen Analysen, immer nur als Störphänomene auf. Die Literatur leistet Widerstand gegen das glatte mediale Funktionieren, und genau dieser Widerstand wird ihr jetzt zum finalen Vorwurf gemacht. (...) (Hervorhebung vom Zitierenden)
Klaus Kastberger in kolik 25, Literaturzeitschrift Wien
18. 04. 2007
17.07 Uhr
Noch ein Feldpost -Nachzügler (Irrläufer? ;-) )
21. 04. 2007
12.07 Uhr
Festgestellt wird, daß Der Unterschied wird nicht verschieden - Im Stellungskrieg der Zuschaukunst zum erstenmal in der nun 19-jährigen Geschichte des Stadt Theater Wien (wir zählen mittlerweile das Jahr fünf des Fritzpunkt-Projektes) eine Tournee -Anordnung zu sein scheint. Das Projekt funktioniert als Ufo, daß in einer ausgeschnittenen Landschaft, einem gerahmten Gelände landen kann. Insofern ist der gewählte Ort nur eine mögliche Variante. Erstaunlich.