01. 03. 2008

 

22.01 Uhr 

 

Otto Dünser weist heute im Zusammenhang mit der Klausur Das Hirn wird populär! auf die Notwendigkeit hin, den gesamten Roman während der vier Klausur-Tage hörbar zu machen. So wird parallel zu den verschiedenen Handlungsgruppen auch in diesem Projekt ein permanenter Lesefluß eingerichtet. Der oder die Gesamtleser/in kann nur abgelöst werden, das Lesen also nicht von sich aus abbbrechen. Damit wird gegenüber dieser exponierten Person die Verantwortung der Gesamtgruppe angesprochen.

 

 

22.05 Uhr 

 

Grossteilung der Fritz`schen Festung :

1 Ich bin der Sohn meines Vaters
2 Und du bist verloren
3 Hüte dich vor den Gezeichneten


 

04. 03. 2008

 

11.21 Uhr 

 

Ab heute prüft der Fritzpunkt die Schwerkraft der Verhältnisse im roten Wien. Die öffentliche Meinungspflege, vulgo PR, für den Begriff und den Roman von Marianne Fritz rollt. Ad multos libros!

 

11. 03. 2008

 

10.58 Uhr 

 

Gespräch über das (materiallose) Theater als inszeniertes Anwendungsfeld, das nur noch als und in Übersetzung agiert.

 

14. 03. 2008

 

10.19 Uhr 

 

Stichwortsammlung für Das Hirn wird populär! , die viertägige Klausur in Dreistetten NÖ:

- mit Suppe am Holztisch
- Übernachtungsmöglichkeit
- keine Diskussion, bloßes Tun untersucht die Wirkung
- im Museum des Gestern grobe Regeln einziehen
- der Literatur, dem Theater eine andere Funktion zuweisen
- alles als Inszenierung bewusst machen
- 15 Städter versammeln sich in einem Bauern-Roman
- 15 Städter spielen einen Bauern-Roman in vier Tagen
- jede Handlung ist gleichwertig
- der Roman wird erhandelt
- 84 Stunden aus dem Leben eines Romans
- Handlungen mit Text impfen und viceversa
- Text und Arbeit zusammenfügen, indem wir sie auseinanderhalten
- nicht die Methode des Einfühlens, sondern die des Einhandelns
- Literatur in die Muskeln! = Theaterkörper
- wie körperlich ein Denken ist und wie geistig eine Arbeit
- körperliches Denken als Theater reklamieren
- Fritz wird handgreiflich / Fritz handgreiflich machen
- das Theater stellt das Regelwerk, die Autorin den Roman, die Teilnehmer ihre Handlungsfähigkeit = (kein) Spiel.
- fasst/zwingt die Handlung die Sprache oder die Sprache die Handlung?
- Text und Situation interpretieren sich gegenseitig, nicht der Akteur. Dreistetten braucht keinen Schauspieler.

 

 

21.19 Uhr 

 


Das Hirn wird populär!
4 Tage Klausur unter einer Hohen Wand
1.- 4. Mai 2008
Dreistetten NÖ


Handeln Sie sich mit uns einen Roman ein.
Mit entlehnten Handlungen aus dem 19. Jahrhundert und dem Text "Das Kind der Gewalt und die Sterne der Romani" von Marianne Fritz. Der Fritzpunkt lädt Sie ein, sich mit ihm vier Tage lang einem strengen Regelwerk im bäuerlichen Milieu auszuliefern.


"So wie der Stein stets jenes Ganze gewesen ist, mit dem es dem Menschen ­ und das doch seit vordenklichen Zeiten ­ gegeben war, sich vor seinesgleichen zu schützen: vor Dieben und Raubrittern, und sich auszuzeichnen durch die Planung und die Errichtung von Festungen, die durch nichts und niemanden zerstörbar waren; so ist doch das Wort stets jenes Ganze gewesen, mit dem es dem Menschen ­ und das doch seit vordenklichen Zeiten ­ gegeben war,die Truhe Hirn zu einer Festung auszubauen, die zerstörbar war: durch nichts und niemanden."
Marianne Fritz, Das Kind der Gewalt und die Sterne der Romani, 1980


Die Teilnahme ist unentgeltlich.
Bei näherem Interesse rufen Sie bitte +43 1 877 25 17.

 

15. 03. 2008

 

15.02 Uhr 

 

Gespräch in Wien mit Florian Malzacher, dem Chefdramaturgen des steirischen herbstes über das
11 Tage und Nächte-Projekt Dessen Sprache du nicht verstehst (Die Festung - Teil 3). Das Projekt findet
vom 15. - 26. Oktober im steirischen herbst 2008 statt.

 

18. 03. 2008

 

15.06 Uhr 

 

Grobe Unterscheidung zwischen der Klausur in Dreistetten und dem Projekt im steirischen herbst:

Dreistetten: Alles zu, alle da (Eine geschlossene Klausur für alle Teilnehmer.)

Graz: Alles offen, alle da (Es darf nie jemand von den Akteuren fehlen; obwohl nie alle da sind.)


 

19. 03. 2008

 

23.17 Uhr 

 


Treffen in Graz mit Richard Schweitzer, Florian Malzacher, Andreas Peternell und Besichtigung von 6 möglichen Arbeitsräumen für das herbst-Projekt. Das Medienkunstlabor im Kunsthaus Graz als geeigneten Raum für Dessen Sprache du nicht verstehst fokussiert.

 

20. 03. 2008

 

21.24 Uhr 

 

Dessen Sprache du nicht verstehst im Oktober in Graz:
Die nichtdargestellte Darstellung des Romans. Die kollektive Form wächst aus extremem Individualismus:
der Einzelne übernimmt mit jeder seiner Handlung während der 11 Tage und Nächte volle Verantwortung für die Gesamtgruppe. Sieben Menschen leben in einem Roman. Eine "Intensivstation", die nach dem Prinzip "Im Grunde ist die Unterwerfung eine zurecht Befreiung genannte Tatsache" (Marianne Fritz) funktioniert?