04. 02. 2007
18.25 Uhr
Nach getroffener Textauswahl taucht - text- und ortsbezogen - ein neuer möglicher Titel für das Septemberprojekt auf, der den Fokus des Projekts bezeichnet:
Schweigen war oberstes Gebot
Im Stellungskrieg der Zuschaukunst
05. 02. 2007
19.58 Uhr
Der größte Schein. 500 Euro.
09. 02. 2007
17.04 Uhr
Fundstück aus dem Oktoberheft 2003
von Theater der Zeit (auf Anregung von
Karl Bruckschwaiger)
10. 02. 2007
20.29 Uhr
Es säuft das Meer aus, frißt den Mond, verschluckt die Sonne und die Sterne; und wird nicht satt und wird nicht satt; es frißt die Kinder wie die Greise, die Weiber wie die Männer, die Knaben wie die Mädchen; und wird nicht satt und wird nicht satt; es frißt den Rumpf vom Pferd wie vom Menschen und vom Hund; frißt Köpfe wie die Gerste, Augen wie den Klee; frißt Hafer, Weizen, Rinder, Schwein und Huhn, frißt den Vogel wie den Fisch, schluckt das Dorf, verschluckt die Stadt; und wird nicht satt und wird nicht satt; frißt Wälder wie Gedärme, die Hand, den Fuß, frißt Herzen, säuft am liebsten Blut; und wird nicht satt und wird nicht satt.
Marianne Fritz Dessen Sprache du nicht verstehst, 1985
13. 02. 2007
17.00 Uhr
Warum ist es richtig und einzig möglich, das Projekt
hier, am ausgewählten Ort zu machen? (Eine sowohl spezifische als auch allgemeine Frage, in jedem Fall
aber eine vorsätzlich nötige.) Ein mögliches Argument
in diesem spezifischen Fall: die Diskrepanz (?)
zwischen archaischer Wirkung und ortsimmanenter ökonomischer Verwertungslogik.
14. 02. 2007
22.34 Uhr
Eine Seite aus dem Textmaterial für den
Stellungskrieg in Zuschaukunst
20. 02. 2007
01.36 Uhr
Erste Installationsvorschläge für das etwa 75 000 m2 grosse Gelände des Stellungskriegs in Zuschaukunst (außerhalb der zentralen "WortGrube"):
- ein Filmset, das beobachtet und beobachten lässt:
Publikum als Spieler im Film und Zuschauer am Set.
- eine Bepreisung der einzelnen verschiedenfarbigen
Hügel mit dem Verbraucherpreis des Endprodukts, das aus dem verschieden gekörnten Recycling-Material hergestellt wird, zB. Ziegel, Stück 0,69.-
- eine theatralische Installation mit einer Auskunftsperson, die äusserst kompetent in verwertungslogischen, ökonomischen Fragen ist.
- stumme Statistenmassen, die in der Ferne auf Hügeln erscheinen und verschwinden, plötzlich in der Nähe auftauchen und ebenso schnell wieder weg
sind. Rücksichtslos inszenierte Gänge.
- Aussichtsrampe, Aussichtspunkte, nach innen, hinein in das Gelände?
(Im Überschwang der frühen Stunde...)
27. 02. 2007
15.36 Uhr
Zentrale Frage der Zuschaukunst :
Was ist inszeniert, was nicht?
(Thema: Distanz)
Im Stellungskrieg der Zuschaukunst müsste naturgemäß alles inszeniert sein. Die künstliche Natur des Recycling-Geländes ist es allemal.
28. 02. 2007
12.51 Uhr
Die Frühjahrstermine der Versuchsreihe in der Postgasse für eine Untersuchung der Kriterien von Zuschaukunst verwenden. Die dabei untersuchte Frage:
Was macht mich zum Zuschauer,
was zum Akteur meiner selbst
(aber nicht zum Schauspieler)?
Eine Befragung der Zuschauerakteure post actu könnte folgende harmlose Fragen umfassen (Reihenfolge ungewiss):
- Was war für Sie heute das Thema?
- Was haben Sie getan?
- Hatten Sie einen schönen Ausblick?
- Haben Sie viel gesehen?
- Waren Sie mit Ihrer "Rolle" zufrieden?
- Haben wir Sie gestört?
- Waren Sie Zuschauer oder Akteur oder beides?
Naturgemäß wäre jede Antwort auf diese Fragen richtig. Und alle erhielten danach selbstredend ein Teilnahmezertifikat....